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| 1. HR :
Mit enormen Aufwendungen haben wir Mülldeponien an der Donau beseitigt, dann Autobahnen überplattet und darüber Wohnungen errichtet. Wir haben hinter meterdicken Ziegelmauern ohne Öffnungen mit großer Anstrengung Wohnungen errichtet, die dank unserer Werbestrategen unter dem Leitfaden Licht und Luft derzeit auch bewohnt werden. Wir konnten, 30 Jahre verspätet, das international längst etablierte Hochhaussyndrom nach Wien bringen und dies großteils sogar für Wohnzwecke. Das Errichten von Wohnanlagen an oder über Ausfallstraßen mit enormen Lärm- und Luftbelastungen ist dank unserer Hartnäckigkeit bereits zur Norm geworden. Trotzdem können wir den anhaltenden Bevölkerungsschwund in unserer Stadt nicht eindämmen. Trotzdem haben wir keine Ansätze um der fortschreitenden Verödung in weiten Teilen der Kernbezirke zu begegnen. Das Loch in der Stadtmitte wächst, abgesehen von den Touristenvierteln, unaufhaltsam. Wenn wir nicht bald etwas unternehmen, wird unser geliebtes Wien eine "Donut-City" mit leerstehenden Gründerzeitblocks, geschlossenen Läden und ausgestorbenen Straßen. Die ausgerufene "zweite Gründerzeit" mußten wir vor beinahe 10 Jahren wegen Bevölkerungsschwund beenden. Nur der Speckgürtel mit den neuen Wohnanlagen, längst nicht mehr im Grünen und meist ohne jegliche Infrastruktur, wächst und wächst. Wo sind die Zeiten geblieben, in denen unsere Leistungen für den Wiener Siedlungs- und Städtebau weltweit mit Lob überhäuft wurden? Wir fallen in der internationalen Bewertung im Vergleich zu unseren früheren Errungenschaften der zwanziger Jahre immer mehr zurück. Hat jemand der hier Anweseden einen Vorschlag oder vielleicht eine Vision als Ausweg aus der Sackgasse? Aber bitte meine Herren, keine Vorschläge mit langfristigen Ergebnissen. Es muß, wie immer, schnell gehen. In unseren politischen Positionen ist der Zeitfaktor immer das Allerwesentlichste. 1. HB flüsternd zu 2. HB :
Wir haben doch unsere Beiräte mit guten Vorschlägen!
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| Ideenspender tritt auf, stellt sich für die Einladung dankend vor, in der einen Hand eine Planrolle, die er jetzt über den Sitzungstisch ausbreitet, in der Anderen ein Billa-Sackerl, aus dem er zur Verwunderung der Anwesenden zwei exakt quaderförmige Emmetaler-Käsestücke holt. Das eine Stück hält er in seiner Rechten senkrecht, das andere identische Stück aber liegt waagrecht in der linken Handfläche. | ||||||||||||||||||
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Ideenspender beginnt seinen Monolog :
Das in meiner Linken waagrecht liegende Stück symbolisiert das neue Blockdach als horizontaler Geschoßteppich über einer mehrgeschoßig durchlässigen und unterschiedlich dichten Sockelbebauung. STADTSOCKEL-WOHNDACH. Wien verliert pro Jahr 8.000 Bewohner durch Stadtflucht. Ein Hauptgrund dafür ist der anhaltende Trend zum Einhamilienhaus im Grünen. Fünfzig Prozent der jungen Familien flüchten vor schlechten Umweltbedingungen in den urbanen Kernzonen, vor der Allgegenwart des Autos in das Stadtumland. Das endlos wiederkehrende Stadtbild aus dem 19. Jahrhundert Straße-Block-Hof kann die gegenwärtigen Qualitätsansprüche an Wohnung und Stadt nicht mehr erfüllen. Somit sind Möglichkeiten und Ressourcen der hundertfachen Blockrand-bebauungen hinsichtlich zeitgemäßer Wohn- und Lebensformen der Stadtbewohner zu überprüfen. Das vorliegende Konzept eines dreigeschossigen Wohndaches über dem Stadtsockel hat zum Wohnen nur oberste Etagen und ermöglicht so allen Bewohnern möglichst viel Luft und Licht mit großzügig bepflanzten privaten Freiräumen. Ziel ist es, den Bewohnern das Gefühl zu geben im Grünen zu wohnen und dabei alle Vorteile des städtischen Lebens geniessen zu können. Ausgehend von der Wechselwirkung zwischen der Wohnung als kleinste Einheit und der Stadt als Ganzes, kann nur durch neue Wohnformen eine neue Stadtstruktur entstehen. Über Jahrhunderte war die Hauptaufgabe der Stadtplanung die Stadterweiterung. Die anfallenden Probleme sind aber nur mit neuen Formen der Stadtverdichtung zu bewältigen. Der vertikale Wohnungsstapel des Wiener Blocks mit Öffnungen zu Straße und Hof kann trotz großer Anstrengungen die gegenwärtigen Wohn-ansprüche nicht mehr erfüllen. Lediglich Dachausbauten bieten in geringer Anzahl eine zeitgemäße Wohnform für wenige Privilegierte. Als leistungsfähige Transformation des Wiener Blocks haben wir deshalb ein Wohndach für alle Blockbewohner entwickelt. Entsprechende private Grünräume am Zenitlicht sollen die Grünlage am Stadtrand ersetzen. Wenn weiterhin jede Baulücke nach dem alten Blockrandschema gewidmet wird, verplanen wir uns mit jedem Neubau küftig erforderliche Veränderungen. Die Stadtverwaltung sollte daher Pilotprojekte im Sinne einer Neustrukturierung von abgewohnten Stadtteilen entwickeln, für deren Realisierung in Etappen eine projektbezogen großzügige Auslegung und Adaptierung des Baurechtes sowie der Eigentums-verhältnisse zu definieren wäre. Der Stadtsockel unter dem Wohndach kann über mehrere Geschosse, dem Standort angepaßt, alle erforderlichen städtischen Einrichtungen, von zusammenhängenden Grünräumen bis zu sozialen und kommerziellen Einrichtungen, aufnehmen. Der Stadtsockel ist in diesem Sinne als Vorhaltekubatur für die Entwicklung der Blockrandviertel zu sehen. Großflächige Nutzungen, wie Supermärkte, Sporthallen, Dienstleistungs- Büro und Verwaltungs-einrichtungen etc. müssen nicht mehr auf hiefür geeignete Bauplätze an den Stadtrand verlegt werden. Das sich abzeichnende deurbane Loch in den Kerngebieten der Stadt kann so neu gefüllt werden.
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| Denkpause | ||||||||||||||||||
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1. HR laut in die Runde :
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