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Bauträgerwettbewerb ehemalige Schmidtstahlwerke / Favoritenstraße, Katharinengasse

Kenndaten
 
Planungs- Bauzeit:  1998 - 2002     1. Stufe: 1.Preis    2. Stufe: 1.Preis
Bauherr: Migra, Familienhilfe
Adresse: 1100 Wien, Maria-Rekker-Gasse 1
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Lage, Außenräume

Als nördlicher Abschluss des Wohnquartiers komplettiert der Bauplatz im Zusammenwirken mit den Nachbarbauplätzen den Schulvorplatz als Quartierzentrum und die Gasse als internen Haupterschließungsweg.
Drei platz- und gassenbegrenzende Bauteile mit verschiedenen Nutzungen stehen in engem stadträumlichen und funktionellen Dialog.
Die unmittelbare Nähe zur Favoritenstraße über die Maria-Rekker-Gasse ist förderlich für eine zukünftige Verdichtung der neuen Stadträume.
Eine erforderliche fußläufige Querverbindung des Areals vom öffentlichen Durchgang zu den Grünflächen im Westen ist angedacht. 
Je ein Spielplatz für Kleinkinder und Jugendliche ist auf den verbleibenden Grünflächen vorgesehen.
Für den angrenzenden Turnsaal wird zur Linderung der Grünraumeinschnürung eine teilweise Absenkung desselben mit zusätzlicher Dachnutzung als Spielfeld vorgeschlagen. 
Die begehbaren Flachdächer der ein-bis zweigeschossigen Anbauten beider Bauteile werden begrünt.

 

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Bebauung

Am Bauplatz wurden nach den städtebaulichen Vorgaben grundsätzlich zwei Bauteile im engeren und differenzierten Baumassenumfeld behandelt.
Ein nord-süd-orientierter Riegel mit 4 Hauptgeschoßen, einem Staffelgeschoß und einem abgesenkten Nebengeschoß fungiert als platzbildender Solitär im Dialog mit dem straßen- und platzgerichteten nördlichen Blockrand des Kolpingheimes im Süden und dem Platzschild des Schulbaus im Osten. 
Ein ost-west-orientierter Riegel mit sieben Hauptgeschoßen und einem Staffelgeschoß sowie einem 2-geschossigen Vorbau mit drei Atrien an der östlichen Längsseite verlängert entlang des öffentlichen Durchganges die Schulbauzeile mit analogem Querschnitt.
Als architektonische Geste zu öffentlichem Platz und Gasse sind die Sockelzonen beider Baukörper durch 2-geschossige Loggienreihen räumlich aufgefächert.
In räumlicher und funktioneller Verknüpfung sind die beiden Bauteile auf drei Ebenen durch Laubengangbrücken verbunden, die den 7m breiten, öffentlichen Durchgang queren.
Zur Erzielung eines kompakten Bauvolumens für den Solitär am Platz wird eine Korrektur des westlichen Gebäudeabschlusses im Kubaturausgleich vorgeschlagen (derzeit abgeschrägter Vorbau mit Widmung GB I 7m g).
Die nunmehr vorwiegende Wohnnutzung mit Lokalen auf Platzniveau (ursprünglicher Veranstaltungssaal im Objekt ist jetzt auf Bauplatz 3 vorgesehen) sowie eine daraus resultierende Verlängerung des Platzraumes wären weitere Argumente für die Baukörperkorrektur.

 

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Erschließung, Nutzung

Die Wohnungen werden im Ost-West-Riegel mit Mittelgang und im Nord-Süd-Riegel mit Laubengang erschlossen. 
Beide Bauteile werden mit einem Stiegenhaus im Gelenk zwischen Schulbau und Ost-West-Riegel versorgt.
Eine 3-geschossige Laubengangbrücke verbindet die Bauteile.
Stiegenhaus und Nebenräume liegen unmittelbar am internen Haupterschließungsweg des Quartiers.
Eine Wohngemeinschaft für 21 schwer-und mehrfachbehinderte Menschen befindet sich mit 3 Lichthöfen in den beiden tiefen Sockelgeschoßen des Ost-West-Riegels. Der Zugang erfolgt rollstuhlgerecht im Erdgeschoß, ebenfalls vom öffentlichen Durchgang.
Eine weitere Wohngemeinschaft für 10 Jugendliche im 2. Stock darüber ist über das Stiegenhaus erschlossen.
Im 3. und 4. Stock sind mittelgangerschlossene Kleinwohnungen im "Single-Modul" angeordnet.
Die beiden gestapelten Mittelgänge sind über drei 2-geschossige Einschnitte an der Ostseite direkt belichtet und belüftet.
Im 5. und 6. Stock sowie im Dachgeschoss befinden sich für Ost-West-Orientierung adaptierte "Demie-Maisonetten". Die Mittelgangerschließung im 6. Stock ist hier über drei eingeschnittene Oberlichtschächte gewährleistet. Das Eingangsgeschoß der Demi-Maisonetten hat neben dem Stiegenaufgang eine kleine Einliegereinheit. Die darüber- oder darunter liegende, komplette 2-Zimmer-Einheit ist ost-west-durchgesteckt.
Je zwei Stiegenläufe liegen im Stiegen-und Schachtkern übereinander und bilden die Wohnungstrennung.
In allen Wohngeschoßen ermöglichen unmittelbar am Stiegenhaus kleine Raumeinheiten als variable Schaltelemente Adaptierungen für den unterschiedlichen Bedarf im Sinne des Generationenwohnens.
Im Nord-Süd-Riegel befinden sich auf Platzebene Lokal für Kleingewerbe und Kunsthandwerk etc. mit nordbelichteten Ateliersräumen.
In den Geschoßen darüber wird ein kompakter, für Nord-Süd-Orientierung adaptierter "Wohndiele-Typus" bis zur Maisonette in das Dachgeschoß variiert.
Die Wohnungen über den Lokalen sind über gedeckte Freitreppen erreichbar. 
Alle Wohnungen darüber sind über Laubengänge in drei Ebenen erschlossen. 

 

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Virtueller Technologiepark (VTP)

Das Projekt wurde in das Forschungsprojekt Virtueller Technologiepark - "Ressourcenschonendes Bauen" integriert, insbesondere zur Entwicklung eines Instrumentariums für die integrierte ökologische Bewertung eines Objektes, mit dem Ziel, den Ressourcenverbrauch sowohl in der Errichtungs- als auch in der Nutzungsphase zu minimieren.

 

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Fotos: © Rupert Steiner

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